AKS auf Bare Metal 2026: Ubuntu-Preview im Check
AKS on bare metal läuft jetzt als Public Preview auf eigener Ubuntu-Hardware, ohne Hypervisor. Versionen, Grenzen, Kosten und was Teams in Deutschland tun sollten.
TL;DR
AKS auf Bare Metal läuft seit dem 6. Oktober 2026 als Public Preview auch auf eigener Ubuntu-Hardware. Anders als bei Flex Nodes liegen Control Plane und Worker auf Ihrem Server, ohne Hypervisor. Die Preview erlaubt nur Single-Node-Cluster, verlangt die Azure-Region East US für die Arc-Ressourcen und ist nicht für Produktion freigegeben.
Was hat Microsoft angekündigt?
Microsoft bringt AKS als Managed-Kubernetes-Schicht direkt auf kundeneigene Ubuntu-Server. Der Cluster wird per Azure CLI angelegt, Azure Arc verbindet Host und Cluster mit Azure. Bisher gab es AKS on bare metal nur mit Azure Linux auf validierter Azure-Local-Hardware; Ubuntu öffnet die Funktion für vorhandene Server.
Die Eckdaten aus der Ankündigung und den Preview-Grenzen, Stand 08.10.2026:
| Merkmal | Ubuntu-Host | Azure-Linux-Host |
|---|---|---|
| Hardware | eigene Server nach Mindestanforderung | validierte Azure-Local-Hardware |
| Host-OS | Ubuntu 24.04.3 oder 24.04.4 LTS | Azure Linux 3.0 |
| Topologie | Single Node, 1 Cluster pro Host | Single Node |
| Kubernetes | 1.33.3 (Standard), 1.34.2 bis 1.34.4 | 1.34 |
| Anlage | Azure CLI | Portal, ARM, Bicep |
| Upgrades | nur Patch-Versionen | nur Patch-Versionen |
| CNI | Cilium | Cilium |
| Arc-Region | nur East US | nur East US |
Mindestens nötig sind laut Systemanforderungen 2 physische Kerne, 4 GB RAM und 256 GB freier Plattenplatz auf x86_64; empfohlen sind 4 Kerne und 8 GB RAM.
Was kostet die Preview?
Während der Preview berechnet Microsoft für die AKS-Clusterressourcen nichts, die Abrechnung läuft über Zero-Rated-Meter. Kosten entstehen trotzdem: für die Arc-fähige Maschine und für genutzte Azure-Dienste wie Monitor oder Policy. Einen Preis für die GA-Version hat Microsoft am 08.10.2026 nicht veröffentlicht. Hardware, Strom und Rechenzentrum tragen Sie selbst.
Was bedeutet das für Teams in Deutschland?
Für Datenresidenz ist die Ubuntu-Variante interessanter als AKS Flex Nodes, weil auch etcd und API-Server auf Ihrer Hardware laufen. Die Verwaltung bleibt aber an Azure Arc gebunden, und dessen Ressourcen müssen in der Preview in East US liegen. Metadaten zu Host und Cluster landen damit in einer US-Region; die CLOUD-Act-Einordnung aus dem AKS-Profil gilt weiter.
Realistische Einsätze in der Preview sind Edge-Standorte wie Werke oder Filialen und Labortests für GPU-Hardware, die Sie schon besitzen. Für hochverfügbare Produktion fehlen Multi-Node-Cluster und Minor-Upgrades. Wer einen souveränen Betrieb ohne US-Mutter sucht, findet Alternativen in der Vergleichsmatrix und bei Talos Linux als selbst betriebener Option.
Was sollten Sie jetzt tun?
Testen ja, produktiv nein. Microsoft sagt ausdrücklich kein In-place-Upgrade von Preview-Clustern auf die GA-Version zu, Sie müssen also mit Neuaufbau rechnen.
- Einen Testserver mit Ubuntu 24.04.3 oder 24.04.4 bereitstellen; 24.04.5 wird noch nicht unterstützt.
- Feste IPs für Node und Control Plane vergeben, ausgehend TCP 443 freigeben.
- Den Host in Azure Arc aufnehmen (Ressourcengruppe in East US) und Azure CLI ab Version 2.90.0 nutzen.
- Den Cluster anlegen, das Deployment dauert rund 40 Minuten:
az extension add --name aksarc --upgrade --allow-preview true
az aksarc deploy \
--resource-group rg-aks-bm-test \
--arc-machine-names host01 \
--kubernetes-version 1.34.4-20260323
- Dokumentieren, welche Daten über Arc nach Azure fließen, bevor Datenschutz und Einkauf eine Entscheidung treffen.
FAQ
Was kostet AKS auf Bare Metal?
In der Preview nichts für die AKS-Clusterressourcen. Gebühren für die Arc-fähige Maschine und für Azure-Dienste wie Monitor fallen weiter an. Einen GA-Preis gibt es noch nicht.
AKS Bare Metal vs. AKS Flex Nodes: was ist der Unterschied?
Bei Flex Nodes laufen nur Worker auf eigener Hardware, die Control Plane bleibt in Azure. Bei AKS auf Bare Metal laufen Control Plane und Worker auf Ihrem Server, Azure verwaltet den Cluster über Arc.
Bleiben bei AKS auf Bare Metal alle Daten in Deutschland?
Die Workload-Daten bleiben auf Ihrem Server. Die Arc-Ressourcen für Host und Cluster müssen in der Preview aber in East US angelegt werden, und Microsoft bleibt als US-Konzern Betreiber der Verwaltungsebene.
Welche Kubernetes-Versionen gibt es?
Auf Ubuntu installiert die Preview standardmäßig 1.33.3. Wählbar sind zusätzlich 1.34.2, 1.34.3 und 1.34.4. Upgrades sind nur innerhalb der Patch-Versionen möglich.
Ist die Preview für Produktion geeignet?
Nein. Previews sind von SLAs ausgenommen, Support gibt es nur nach bestem Bemühen, und ein Cluster besteht aus genau einem Node.
Quellen
- Azure Updates: Public Preview AKS on bare metal now on Ubuntu
- Microsoft Learn: AKS on bare metal Überblick
- Microsoft Learn: Preview-Grenzen
- Microsoft Learn: Ubuntu-Host vorbereiten
- Microsoft Learn: Cluster per Azure CLI anlegen
Quellen
- Azure Updates: Public Preview AKS on bare metal now on Ubuntu (06.10.2026) (abgerufen 8. Oktober 2026)
- Microsoft Learn: What is Azure Kubernetes Service on bare metal? (preview) (abgerufen 8. Oktober 2026)
- Microsoft Learn: Public preview limitations for AKS on bare metal (abgerufen 8. Oktober 2026)
- Microsoft Learn: Prepare an Ubuntu host for AKS on bare metal (abgerufen 8. Oktober 2026)
- Microsoft Learn: Create an AKS on bare metal cluster on Ubuntu with Azure CLI (abgerufen 8. Oktober 2026)