Zum Inhalt

AKS Flex Nodes 2026: eigene Server im Azure-Cluster

Microsoft hat AKS Flex Nodes als Public Preview gestartet: eigene VMs und Bare-Metal-Server als Worker im AKS-Cluster. Was das für Teams in Deutschland heißt.

Aktualisiert 4 Min. LesezeitFakten geprüft am 29. September 2026

TL;DR

Mit AKS Flex Nodes können Sie seit dem 22. September 2026 eigene virtuelle Maschinen und Bare-Metal-Server als Worker in einen AKS-Cluster hängen, auch im eigenen Rechenzentrum. Die Funktion ist Public Preview ohne SLA und ohne veröffentlichten Preis. Die Control Plane bleibt bei Microsoft in Azure, der CLOUD Act bleibt damit ein Thema.

Was hat Microsoft angekündigt?

Laut AKS Engineering Blog vom 22. September 2026 erweitern Flex Nodes einen bestehenden AKS-Cluster um Worker in anderen Azure-Regionen, on-premises oder am Edge. Die Nodes verbinden sich über ein verschlüsseltes Overlay-Netz mit dem API-Server und verhalten sich wie normale Node Pools.

Die Details aus der Microsoft-Learn-Dokumentation und dem Agent-Repository:

Merkmal AKS Flex Nodes (Stand 29.09.2026)
Status Public Preview seit 22.09.2026
Hosts eigene VMs oder Bare-Metal-Server, vom Kunden verwaltet
Betriebssystem Ubuntu 24.04
Architekturen amd64 und arm64
Netzwerk Cluster mit eigenem CNI (--network-plugin none), Unbounded-Net, private Layer-3-Verbindung
Identität Azure Arc Managed Identity, Managed Identity oder Service Principal
Agent Open Source, MIT-Lizenz
SLA keines, Support nur best effort
Preis k. A., die AKS-Preisseite nennt keinen

Pro Flex Node legt Azure eine ARM-Ressource an, die den gewünschten Zustand inklusive Kubernetes-Version speichert. Der Agent auf dem Host gleicht den Node daran an, ohne die Maschine zu ersetzen.

Wie schneidet das gegen EKS Hybrid Nodes ab?

AWS bietet mit EKS Hybrid Nodes ein ähnliches Modell an, das bereits auf der regulären EKS-Preisseite mit Staffelpreisen steht. Microsoft zieht mit Flex Nodes funktional nach, liegt aber beim Reifegrad zurück: Preview ohne SLA und ohne veröffentlichten Preis. Für Planungen mit festem Budget ist EKS heute kalkulierbarer, weil die Kosten pro vCPU feststehen.

Kriterium AKS Flex Nodes EKS Hybrid Nodes
Gebühr für eigene Nodes k. A. 0,020 USD pro vCPU-Stunde (erste 576.000 vCPU-Stunden/Monat)
Control Plane AKS-Tarif 0,10 USD pro Cluster-Stunde (Standard Support)
Preis veröffentlicht nein ja

Die EKS-Zahlen stammen von der EKS-Preisseite, netto, Stand 29.09.2026. Rechenbeispiel: Ein eigener Server mit 8 vCPU kostet bei EKS 8 × 730 Stunden × 0,020 USD = 116,80 USD pro Monat an Hybrid-Gebühr, zusätzlich zur Cluster-Gebühr.

Was bedeutet das für Teams in Deutschland?

Flex Nodes lösen ein Teilproblem der Datenresidenz: Workloads und ihre Daten können auf eigener Hardware in einem deutschen Rechenzentrum laufen. Die Control Plane mit etcd, Secrets und Konfiguration liegt aber weiter bei Microsoft. Für den CLOUD Act ändert sich daher wenig, die Einordnung dazu steht im AKS-Profil.

Interessant ist die Funktion für drei Fälle: vorhandene Server im eigenen Rechenzentrum, die ohne zweiten Cluster in AKS eingebunden werden sollen; Edge-Standorte wie Werke oder Filialen; GPU- oder Spezialhardware, die Sie bereits besitzen und nicht in Azure neu mieten wollen. Wer echte Souveränität inklusive Control Plane braucht, schaut eher auf die Delos Cloud, die AWS European Sovereign Cloud oder EU-Anbieter in unserer Vergleichsmatrix.

Was sollten Sie jetzt tun?

Für Produktion ist es zu früh, für einen Test lohnt sich die Preview. Planen Sie dafür einen separaten Testcluster ein, denn Flex Nodes setzen laut Repository einen Cluster mit eigenem CNI (--network-plugin none) voraus.

  1. Testcluster ohne AKS-verwaltetes CNI anlegen, zum Beispiel az aks create --resource-group rg-test --name aks-flex-test --network-plugin none.
  2. Unbounded-Net oder ein anderes kompatibles CNI installieren und die private Layer-3-Verbindung zum eigenen Standort herstellen.
  3. Einen Ubuntu-24.04-Host mit dem Bootstrap-Skript aus dem AKSFlexNode-Repository anbinden.
  4. Datenflüsse dokumentieren: Was bleibt lokal, was landet in der Control Plane in Azure?
  5. Preisankündigung von Microsoft abwarten, bevor Sie eine Business-Case-Rechnung machen.

FAQ

Was kosten AKS Flex Nodes?

Microsoft hat keinen Preis veröffentlicht. Weder die Ankündigung noch die AKS-Preisseite nennen am 29. September 2026 eine Gebühr für Flex Nodes. Kosten für die Control Plane fallen nach dem gewählten AKS-Tarif an, die Hardware tragen Sie selbst.

AKS Flex Nodes vs. EKS Hybrid Nodes: was ist der Unterschied?

Beide binden eigene Server an eine Managed Control Plane an. EKS Hybrid Nodes kosten laut Preisliste 0,020 USD pro vCPU-Stunde für die ersten 576.000 vCPU-Stunden im Monat. AKS Flex Nodes sind Preview, ohne SLA und ohne veröffentlichten Preis.

Machen Flex Nodes AKS DSGVO- oder CLOUD-Act-fest?

Nein. Die Workload-Daten können lokal bleiben, die Control Plane betreibt aber weiterhin Microsoft als US-Konzern. Sie reduzieren den Datenumfang in Azure, beseitigen die CLOUD-Act-Exposition aber nicht.

Welche Server kann ich als Flex Node nutzen?

Eigene VMs oder Bare-Metal-Hosts mit Ubuntu 24.04 auf amd64 oder arm64. Voraussetzung ist eine private Layer-3-Verbindung zu den AKS-Nodes und eine der drei Identitätsvarianten: Azure Arc, Managed Identity oder Service Principal.

Sind Flex Nodes für Produktion freigegeben?

Nein. Microsoft schließt Previews ausdrücklich von SLAs aus und empfiehlt sie nicht für Produktions-Workloads. Support gibt es nur nach bestem Bemühen.

Quellen

Quellen

  1. AKS Engineering Blog: Announcing the public preview of flex nodes for AKS (22.09.2026) (abgerufen 29. September 2026)
  2. Microsoft Learn: What are flex nodes for AKS? (preview) (abgerufen 29. September 2026)
  3. GitHub: Azure/AKSFlexNode (abgerufen 29. September 2026)
  4. Azure Updates: Public Preview Flex Nodes for AKS (abgerufen 29. September 2026)
  5. Azure AKS Pricing (abgerufen 29. September 2026)
  6. Amazon EKS Pricing (abgerufen 29. September 2026)

Weiterlesen