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Kubernetes vs Docker 2026: Unterschied, Kosten, Anbieter

Kubernetes vs Docker 2026: was Docker und Kubernetes jeweils leisten, warum Docker-Images ohne Docker im Cluster laufen und was ein Host oder Managed Cluster kostet.

Aktualisiert 8 Min. LesezeitFakten geprüft am 5. Oktober 2026

TL;DR

Kubernetes vs Docker ist kein Entweder-oder: Docker baut und startet Container auf einem Rechner, Kubernetes verteilt dieselben Images über viele Server und hält sie am Laufen. Seit Kubernetes 1.24 läuft im Cluster nicht mehr Docker Engine, sondern meist containerd. Ein Docker-Host kostet bei Hetzner 8,49 € im Monat, ein kleiner Managed Cluster rund 95 bis 165 €.

Was ist der Unterschied zwischen Docker und Kubernetes?

Docker ist ein Werkzeugkasten, um Container-Images zu bauen, zu verteilen und auf einem Host zu starten. Kubernetes ist ein Orchestrator: Er plant Container über mehrere Nodes, ersetzt ausgefallene Instanzen, skaliert und verteilt Traffic. Beide arbeiten mit demselben Image-Format, deshalb ergänzen sie sich in den meisten Teams, statt sich zu ersetzen.

Der Begriff “Docker” meint dabei mehrere Dinge: die Docker Engine (Daemon und CLI auf einem Linux-Server), Docker Compose für mehrere Container aus einer compose.yaml und Docker Desktop als Entwicklerumgebung auf Mac und Windows. Die Compose-Dokumentation beschreibt Services, Netzwerke und Volumes als Bausteine einer Anwendung. Was fehlt, ist ein Scheduler über mehrere Rechner: Fällt der Host aus, steht die Anwendung.

Kriterium Docker (Engine + Compose) Kubernetes
Aufgabe Images bauen, Container auf einem Host starten Container über viele Nodes planen und betreiben
Konfiguration Dockerfile, compose.yaml YAML-Manifeste, Helm, Kustomize
Ausfallsicherheit ein Host, Neustart-Policy pro Container Ersatz von Pods auf anderen Nodes
Skalierung manuell, auf einem Host Replicas, Autoscaler, mehrere Nodes
Managed-Angebote in Deutschland keine als eigener Dienst STACKIT, IONOS, Hyperscaler und weitere
Release-Takt Docker Engine 29.x, laufende Patches drei unterstützte Minor-Versionen, je rund 1 Jahr
Lernkurve gering deutlich höher

Eine Zwischenstufe ist Docker Swarm, der in Docker Engine eingebaute Orchestrator. Wann Swarm statt Kubernetes reicht, behandeln wir im Vergleich Docker Swarm vs Kubernetes.

Braucht Kubernetes noch Docker?

Nein. Kubernetes braucht seit Version 1.24 keine Docker Engine mehr, sondern eine Runtime mit Container Runtime Interface (CRI), meist containerd oder CRI-O. Ihre Docker-Images laufen trotzdem unverändert, weil sie dem OCI-Standard folgen. Betroffen war der Wechsel nur für Cluster-Betreiber, nicht für Entwickler, die mit docker build arbeiten.

Die Geschichte in Zahlen:

  1. v1.20 (2020): Kubernetes kündigt an, die eingebaute Docker-Anbindung “dockershim” abzulösen. Der Blogpost Don’t Panic: Kubernetes and Docker stellt klar, dass Docker als Entwicklungswerkzeug nützlich bleibt.
  2. v1.24 (2022): dockershim ist entfernt. Die Dockershim Removal FAQ nennt containerd und CRI-O als Alternativen.
  3. v1.26: Der kubelet spricht nur noch CRI v1. Eine Runtime ohne v1-API registriert keinen Node.
  4. v1.37 (heute): Die Kubernetes-Doku zu Container Runtimes führt vier Optionen: containerd, CRI-O, Docker Engine über den Adapter cri-dockerd und Mirantis Container Runtime.

Interessant ist, dass Docker selbst auf containerd aufsetzt. Die Docker Engine Release Notes nennen für Version 29.8.2 vom 30. September 2026 containerd v2.3.6 als mitgelieferte Komponente, und seit 29.0.0 ist der containerd Image Store bei Neuinstallationen Standard. Docker und Kubernetes teilen sich also im Kern dieselbe Runtime, nur die Steuerung darüber unterscheidet sich.

Für Sie als Käufer eines Managed Kubernetes heißt das: Die Runtime wählt und patcht der Anbieter. Sie liefern OCI-Images aus einer Registry, egal ob mit Docker, Buildah oder einem CI-Dienst gebaut.

Was kostet Docker im Vergleich zu Managed Kubernetes?

Docker Engine und Compose sind Open Source und kosten keine Lizenz; Sie zahlen nur den Server. Ein Hetzner CX33 mit 4 vCPU und 8 GB RAM kostet 8,49 € netto im Monat. Ein kleiner Managed Cluster mit drei Nodes zu je 2 vCPU und 4 GB liegt bei IONOS bei 95,04 €, bei STACKIT bei 165,22 € netto.

Rechenweg, Stand 5. Oktober 2026, netto, 720 Stunden pro Monat, ohne Storage, Load Balancer und Traffic:

Variante Plattform Rechnung Summe / Monat
Docker Compose auf einem Server Hetzner Cloud CX33 (4 vCPU, 8 GB) Monatspreis ohne IPv4 8,49 €
Managed Kubernetes, 3 Nodes IONOS (vCPU-Modell) Control Plane 0 € + 3 × (2 × 0,017 € + 4 × 0,0025 €) × 720 h 95,04 €
Managed Kubernetes, 3 Nodes STACKIT SKE EU01 (3 × c2i.2) 71,71 € Cluster + 3 × 31,17 € 165,22 €
Nur Control Plane Amazon EKS 0,10 USD × 720 h 72 USD zzgl. Nodes

Quellen der Preise: Hetzner-Preisanpassung vom 15. Juni 2026 (CX33 vorher 6,49 €), die Hardwaredaten von der Hetzner-Produktseite, der STACKIT-Preiskatalog mit 0,0996 € pro Cluster und Stunde, die IONOS-Preisseite und die EKS-Preisseite. Bei EKS steigt die Clustergebühr auf 0,60 USD pro Stunde, sobald eine Version den 14-monatigen Standard Support verlässt. Wie das mit Version 1.37 aussieht, steht in unserer Meldung zu EKS und Kubernetes 1.37.

Die Tabelle vergleicht bewusst unterschiedliche Dinge: ein Server ohne Ausfallsicherheit gegen drei Nodes mit vom Anbieter betriebener Control Plane. Der Aufpreis kauft Ihnen Redundanz und Self-Healing, nicht mehr Rechenleistung. Hetzner führen wir in der Matrix ohne Managed-Kubernetes-Dienst; wer dort einen Cluster will, betreibt ihn selbst, etwa mit k3s auf eigenen Servern. Einen Preisvergleich über zehn Anbieter mit identischer Node-Größe finden Sie im Managed-Kubernetes-Kostenvergleich.

Was kostet Docker Desktop für Unternehmen?

Docker Desktop ist für Unternehmen mit weniger als 250 Beschäftigten und weniger als 10 Mio. USD Jahresumsatz kostenlos, ebenso privat, in der Bildung und für nicht kommerzielle Open-Source-Projekte. Größere Organisationen und Behörden brauchen ein Abo: Pro, Team oder Business, zwischen 9 und 24 USD pro Nutzer und Monat.

Die Bedingungen stehen in der Docker-Desktop-Lizenz, die Preise auf der Docker-Preisseite:

Abo jährliche Zahlung monatliche Zahlung Nutzer
Personal 0 USD 0 USD 1
Pro 9 USD 11 USD 1
Team 15 USD 16 USD bis 100
Business 24 USD 24 USD unbegrenzt

Ein Beispiel: 40 Entwickler in einem Konzern mit Business-Abo kosten 40 × 24 USD = 960 USD im Monat. Diese Lizenz betrifft nur Docker Desktop auf Arbeitsplätzen. Docker Engine auf Linux-Servern und die Container im Kubernetes-Cluster lösen keine Desktop-Lizenz aus.

Für die lokale Entwicklung bringt Docker Desktop einen eigenen Kubernetes-Cluster mit. Die Docker-Doku beschreibt zwei Varianten: kubeadm für einen Single-Node-Cluster mit fester Version und kind für Multi-Node-Cluster, bei denen Sie die Kubernetes-Version wählen. So testen Teams Manifeste lokal, bevor sie auf einen Managed Cluster gehen.

Wann reicht Docker, wann brauchen Sie Kubernetes?

Docker mit Compose reicht, wenn eine Anwendung auf einen Server passt, eine kurze Downtime bei Wartung akzeptabel ist und ein kleines Team sie betreut. Kubernetes lohnt sich, sobald Ausfallsicherheit über mehrere Server, automatische Skalierung, viele Teams oder Compliance-Nachweise gefordert sind und Sie den Betrieb an einen Managed-Anbieter abgeben wollen.

Unsere Kriterien für die Entscheidung:

  1. Verfügbarkeit. Darf ein Hardwareausfall die Anwendung stoppen, bis ein neuer Host läuft? Wenn nein, brauchen Sie mehrere Nodes und einen Orchestrator.
  2. Last. Schwankt die Last stark, spart ein Autoscaler Geld. Bei konstanter Last bringt er wenig.
  3. Teams und Mandanten. Mehrere Teams auf einer Plattform brauchen Namespaces, RBAC und Quotas. Das bietet Docker nicht.
  4. Compliance. Für BSI C5, DSGVO-Nachweise und Audit-Logs helfen Managed-Angebote mit Rechenzentrum in Deutschland. Welche Anbieter das abdecken, zeigt Managed Kubernetes in Deutschland.
  5. Personal. Kubernetes verlangt Wissen über Netzwerk, Storage und Upgrades. Bei Managed Kubernetes bleibt der Upgrade-Takt: Upstream unterstützt laut Kubernetes Releases nur 1.37, 1.36 und 1.35, und 1.35 erreicht schon am 28. Februar 2027 sein Lebensende.

Neutral betrachtet hat jede Seite Grenzen. Docker mit Compose ist billig und schnell verstanden, hat aber keinen Scheduler über Hosts und keinen Managed-Dienst in Deutschland. Kubernetes ist der Standard aller großen Anbieter und portabel zwischen ihnen, kostet aber mehr Infrastruktur und Know-how.

Wie kommen Sie von Docker Compose zu Kubernetes?

Der Weg von Compose zu Kubernetes führt über drei Schritte: Images in eine Registry schieben, die compose.yaml in Kubernetes-Manifeste übersetzen und die Manifeste auf einen Cluster anwenden. Docker liefert dafür Compose Bridge, das Manifeste und ein Kustomize-Overlay erzeugt. Ihre Dockerfiles bleiben unverändert.

# 1. Image bauen und in eine Registry pushen (OCI-Format)
docker build -t registry.example.de/shop/web:1.4.0 .
docker push registry.example.de/shop/web:1.4.0

# 2. compose.yaml in Kubernetes-Manifeste übersetzen (Ausgabe in ./out)
docker compose bridge convert

# 3. Auf den Managed Cluster anwenden und prüfen
kubectl apply -k ./out/<overlay-verzeichnis>
kubectl get pods -o wide

Die Compose-Bridge-Anleitung beschreibt docker compose bridge convert und das Ausgabeverzeichnis /out. Die erzeugten Overlays zielen zunächst auf Docker Desktop mit aktiviertem Kubernetes; für einen Produktivcluster passen Sie Ingress, Storage-Klassen und Ressourcenlimits an. Prüfen Sie den Pfad des Overlays im erzeugten Verzeichnis, bevor Sie kubectl apply ausführen. Eine Alternative ist Kompose, das wir im Swarm-Vergleich zeigen.

FAQ

Ist Kubernetes ein Ersatz für Docker?

Nein. Kubernetes ersetzt Docker als Laufzeitumgebung im Cluster, nicht als Werkzeug zum Bauen von Images. Entwickler bauen weiter mit Docker, der Cluster startet die Images über containerd oder CRI-O. In den meisten Teams nutzen Sie beides.

Laufen Docker-Images in Kubernetes?

Ja. Docker-Images folgen dem OCI-Standard, und jede CRI-Runtime wie containerd oder CRI-O startet sie unverändert. Die Entfernung von dockershim in Kubernetes 1.24 betraf nur die Runtime auf den Nodes, nicht das Image-Format.

Was kostet Kubernetes im Vergleich zu Docker?

Docker auf einem Hetzner CX33 kostet 8,49 € netto im Monat. Ein Managed Cluster mit drei kleinen Nodes kostet bei IONOS 95,04 € und bei STACKIT 165,22 € netto (Stand 5. Oktober 2026, ohne Storage und Load Balancer). Der Aufpreis bezahlt Redundanz und eine vom Anbieter betriebene Control Plane.

Kubernetes vs Docker Swarm: Was ist der Unterschied zu Kubernetes vs Docker?

Docker Swarm ist ein Orchestrator in Docker Engine und damit ein direkter Konkurrent von Kubernetes. “Docker” allein meint meist Engine und Compose auf einem Host. Swarm erweitert Compose auf mehrere Hosts, bietet aber kein Managed-Angebot in Deutschland.

Muss ich für Docker Desktop bezahlen?

Nur ab 250 Beschäftigten oder 10 Mio. USD Jahresumsatz sowie in Behörden. Dann kostet es zwischen 9 USD (Pro, jährlich) und 24 USD (Business) pro Nutzer und Monat. Docker Engine auf Linux-Servern bleibt kostenlos.

Kann ich Kubernetes lokal mit Docker testen?

Ja. Docker Desktop enthält einen Kubernetes-Cluster: kubeadm für einen Single Node oder kind für mehrere Nodes mit wählbarer Version. Alternativ nutzen Sie kind oder k3s direkt. So prüfen Sie Manifeste, bevor sie auf einen Managed Cluster gehen.

Quellen

  1. Kubernetes Blog: Don't Panic: Kubernetes and Docker (abgerufen 5. Oktober 2026)
  2. Kubernetes Blog: Dockershim Removal FAQ (abgerufen 5. Oktober 2026)
  3. Kubernetes Docs: Container Runtimes (abgerufen 5. Oktober 2026)
  4. Kubernetes Releases (abgerufen 5. Oktober 2026)
  5. Docker Engine Release Notes v29 (abgerufen 5. Oktober 2026)
  6. Docker Docs: Compose application model (abgerufen 5. Oktober 2026)
  7. Docker Docs: Compose Bridge (abgerufen 5. Oktober 2026)
  8. Docker Docs: Compose Bridge usage (abgerufen 5. Oktober 2026)
  9. Docker Docs: Kubernetes in Docker Desktop (abgerufen 5. Oktober 2026)
  10. Docker Docs: Docker Desktop license agreement (abgerufen 5. Oktober 2026)
  11. Docker Pricing (abgerufen 5. Oktober 2026)
  12. Hetzner Docs: Price Adjustment 15 June 2026 (abgerufen 5. Oktober 2026)
  13. Hetzner Cloud: Cost-Optimized Server (abgerufen 5. Oktober 2026)
  14. STACKIT SKU-Preiskatalog (PIM API) (abgerufen 5. Oktober 2026)
  15. IONOS Cloud Managed Kubernetes (abgerufen 5. Oktober 2026)
  16. Amazon EKS Pricing (abgerufen 5. Oktober 2026)

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