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Gardener Kubernetes 2026: Architektur, Anbieter, Kosten

Gardener erklärt: Garden, Seed und Shoot, Version 1.153 mit Kubernetes 1.32 bis 1.37, welche Anbieter in Deutschland darauf bauen und was ein Cluster kostet.

Aktualisiert 9 Min. LesezeitFakten geprüft am 13. Oktober 2026

TL;DR

Gardener Kubernetes bezeichnet das Open-Source-Projekt Gardener, das viele Kubernetes-Cluster mit gehosteten Control Planes auf beliebiger Infrastruktur betreibt. Aktuell ist v1.153.0 vom 8. Oktober 2026, Shoot Cluster laufen mit Kubernetes 1.32 bis 1.37. In Deutschland bauen unter anderem STACKIT und plusserver ihr Managed Kubernetes darauf.

Was ist Gardener?

Gardener ist ein Open-Source-Projekt, das Kubernetes-Cluster als Dienst bereitstellt: Es erstellt, aktualisiert und löscht Cluster auf AWS, Azure, Google Cloud, OpenStack, STACKIT oder Bare Metal mit identischer Konfiguration. SAP hat es entwickelt, heute ist es ein Projekt der NeoNephos Foundation unter dem Dach der Linux Foundation Europe.

Die Projektseite beschreibt Gardener als “Managed Kubernetes Service Done Right” und verspricht, “thousands of clusters” ohne Verlust an Leistung oder Kosteneffizienz zu betreiben. Eine konkrete Clusterzahl nennt die Seite nicht. Wichtig für die Einordnung: Gardener ist keine Distribution wie k3s und kein Produkt mit Lizenzpreis, sondern die Maschine, mit der ein Betreiber Managed Kubernetes für viele Kunden oder Teams anbietet.

Die Eckdaten aus dem Repository, Stand 13. Oktober 2026:

Merkmal Wert
Lizenz Apache 2.0
GitHub rund 3.500 Sterne, 606 Forks
Aktuelle Version v1.153.0 (08.10.2026)
Release-Rhythmus etwa alle zwei Wochen, Hotfixes meist für die letzten drei Minor-Releases
Kubernetes für Shoots 1.32 bis 1.37 (abhängig von der Provider-Extension)
Konformität CNCF Certified Kubernetes, zertifiziert bis 1.35
Steuerung NeoNephos Foundation (Linux Foundation Europe)

Die NeoNephos Foundation hat die Linux Foundation Europe am 31. März 2025 in Brüssel gestartet. Zu den Gründungsmitgliedern zählen SAP, STACKIT, die Deutsche Telekom und 23 Technologies. Die Stiftung ist an das EU-Programm IPCEI-CIS gekoppelt, deshalb taucht Gardener häufig in Debatten um die souveräne Cloud auf.

Wie funktioniert Gardener: Garden, Seed und Shoot?

Gardener verwaltet Kubernetes mit Kubernetes. Ein Garden Cluster hält die zentrale Verwaltung, Seed Cluster beherbergen die Control Planes aller Kundencluster als normale Pods, und die Shoot Cluster der Nutzer bestehen nur noch aus Worker-Nodes. Dadurch braucht nicht jeder Cluster drei eigene Control-Plane-Maschinen.

Die Architekturdokumentation beschreibt die drei Ebenen:

  1. Garden Cluster: Hier läuft Gardener als Controller, der Shoot-Ressourcen beobachtet und Cluster anlegt, ändert oder löscht. Das Gardener Dashboard spricht mit diesem Cluster.
  2. Seed Cluster: typischerweise einer pro Infrastruktur und Region. Für jeden Shoot legt Gardener dort einen Namespace an und startet API-Server, etcd und Controller als Pods.
  3. Shoot Cluster: der Cluster, den Ihre Teams nutzen. Er besteht nur aus Worker-Nodes, die sich über ein von Gardener eingerichtetes VPN mit ihrem API-Server im Seed verbinden. Nutzer behalten volle Administratorrechte.

Das Modell heißt im Englischen “hosted control planes”. Dasselbe Prinzip nutzt die Kubermatic Kubernetes Platform, dort heißen die Ebenen Master, Seed und User Cluster.

Infrastruktur über Extensions. Gardener selbst kennt keine Cloud. Die Anbindung erledigen Provider-Extensions, die Extension-Übersicht listet neun: Alibaba Cloud, AWS, Azure, GCP, IronCore, IronCore Metal, metal-stack, OpenStack und STACKIT. Für Rechenzentren mit eigener OpenStack-Installation ist die OpenStack-Extension der übliche Weg, Hintergrund dazu im Beitrag Sovereign Cloud Stack.

Ein Shoot ist eine einzige YAML-Ressource. Ein gekürztes Beispiel mit hochverfügbarer Control Plane und nächtlicher Hibernation, aufgebaut nach der HA-Doku und der Hibernation-Doku:

apiVersion: core.gardener.cloud/v1beta1
kind: Shoot
metadata:
  name: prod-eu
  namespace: garden-my-project
spec:
  kubernetes:
    version: "1.37"
  controlPlane:
    highAvailability:
      failureTolerance:
        type: zone          # oder: node
  hibernation:
    schedules:
    - start: "0 20 * * 1-5" # werktags 20 Uhr schlafen legen
      end: "0 6 * * 1-5"    # werktags 6 Uhr aufwecken
      location: "Europe/Berlin"

Welche Anbieter in Deutschland nutzen Gardener?

Die Adopter-Liste des Projekts nennt 16 Organisationen, darunter viele aus Deutschland, von Cloud-Anbietern bis zu IT-Dienstleistern der Finanzbranche. Öffentlich buchbares Managed Kubernetes auf Gardener-Basis bieten in Deutschland vor allem STACKIT mit der STACKIT Kubernetes Engine (SKE) und plusserver mit der plusserver Kubernetes Engine (PSKE) an.

Die Angaben stammen von der Adopter-Seite und den Produktseiten der Anbieter:

Organisation Nutzung laut Adopter-Liste
STACKIT Public und Private Kubernetes as a Service (SKE) aus eigenen europäischen Rechenzentren
plusserver PSKE auf der eigenen pluscloud open, Multi-Cloud mit Hyperscalern wie AWS
SAP Cluster für HANA Cloud, Data Intelligence und Kyma auf AWS, Azure, GCP, Alicloud, OpenStack und vSphere
T-Systems intern und für die Verwaltung von Kundenclustern
Finanz Informatik Technologie Services (FIT) Kubernetes as a Service für Kunden der deutschen Finanzbranche auf Bare Metal
ScaleUp Technologies Gardener in Public-OpenStack-Clouds in Hamburg, Berlin und Düsseldorf
noris network noris Sovereign Cloud aus OpenStack und Gardener, ausgerichtet an der Deutschen Verwaltungscloud-Strategie
metalstack.cloud Gardener auf metal-stack für regulierte Finanzinstitute
23 Technologies Enterprise-Kubernetes-Engine und okeanos.dev zum Ausprobieren
OVHcloud Kunden können Gardener auf der Public Cloud betreiben

Weitere Einträge sind B1 Systems, b’nerd, Codesphere, Beezlabs sowie Cleura (Schweden) und exigo mit exikube (Schweiz). Ein Eintrag auf der Liste ist eine Selbstauskunft, kein Audit.

Für Käufer heißt das: Wenn Sie zwischen STACKIT und plusserver wählen, kaufen Sie dieselbe Grundtechnik mit unterschiedlicher Infrastruktur, unterschiedlichen Zertifikaten und unterschiedlichen Preisen. Shoot-Manifeste, Hibernation und das Dashboard sind bei beiden Gardener-Bausteine, was einen späteren Wechsel zwischen Gardener-Anbietern erleichtert, aber nicht automatisiert. Die Unterschiede in Regionen und Zertifikaten zeigt der Beitrag Managed Kubernetes in Deutschland.

Was kostet ein Gardener-Cluster?

Gardener selbst kostet keine Lizenz. Bei einem Managed-Angebot zahlen Sie eine Gebühr pro Cluster und Stunde plus Worker-Nodes. Bei STACKIT sind das 0,0996 € netto pro Clusterstunde, rund 71,71 € im Monat, bei plusserver 0,0900 € netto, rund 64,80 € im Monat bei 720 Stunden. Selbst betrieben zahlen Sie Infrastruktur für Garden und Seed plus Personal.

Die Listenpreise der beiden Gardener-Anbieter, Stand 13. Oktober 2026, netto zuzüglich Steuern:

Posten STACKIT SKE plusserver PSKE
Cluster-Gebühr pro Stunde 0,09959511998 € (EU01 und EU02) 0,0900 €
Cluster-Gebühr bei 720 h 71,71 € 64,80 €
Worker-Nodes separat als Compute Engine 0,0205 € pro vCPU und Stunde, 0,0070 € pro vRAM und Stunde
Storage separat 0,0900 € pro GB und Monat
Traffic separat eingehend und ausgehend kostenfrei

Quellen: STACKIT-Produktseite und plusserver-Produktseite. Die 720-Stunden-Werte sind unsere Rechnung (Stundenpreis mal 720). Den kleinsten STACKIT-Node und weitere Anbieter vergleicht der Managed-Kubernetes-Kostenvergleich.

Hibernation spart, aber nicht alles. Gardener skaliert im Ruhezustand Worker und Control Plane herunter, Persistent Volumes und der etcd-Zustand bleiben erhalten. Die PSKE-FAQ stellt klar, dass die Cluster-Gebühr, Storage und reservierte Floating IPs während der Hibernation weiterlaufen. Für Entwicklungscluster, die nachts und am Wochenende schlafen, sinken also vor allem die Node-Kosten.

Selbst betreiben. Für einen ersten Test reicht ein Laptop: Die lokale Anleitung setzt einen KinD-Cluster auf, der Garden und Seed zugleich ist, und verlangt mindestens 8 CPUs und 16 GiB Speicher für Docker. Für Produktion brauchen Sie mindestens einen Garden Cluster, je Region einen Seed, Backup für die etcd-Daten und ein Team, das alle zwei Wochen ein Release einspielen kann.

Welche Kubernetes-Versionen unterstützt Gardener?

Gardener v1.153 erzeugt Shoot Cluster mit Kubernetes 1.32 bis 1.37, die Unterstützung für 1.37 kam mit v1.152. Welche Versionen Sie tatsächlich bekommen, entscheidet der Betreiber über seine Provider-Extension und sein Cloud-Profil. Managed-Anbieter bieten deshalb meist ein schmaleres Fenster an als Gardener selbst.

Die Versionsdoku nennt für Garden und Seed ebenfalls 1.32.x bis 1.37.x. Bei den Anbietern sieht es so aus:

  • STACKIT: Die Lifecycle-Seite (Stand 24.08.2026) entfernt Kubernetes 1.34 am 14. Oktober 2026 und 1.35 am 10. Februar 2027, jeweils zwei bis drei Wochen vor dem Upstream-Ende (27.10.2026 bzw. 28.02.2027).
  • plusserver: Die PSKE-FAQ sagt zu, stets die drei aktuellsten von Gardener freigegebenen Versionen anzubieten. Wer bis zum EOL nicht aktualisiert, wird automatisch auf die nächste Minor-Version gehoben, Sprünge über eine Version sind nicht möglich.

Praktisch bedeutet das: Wer bei STACKIT noch Cluster mit 1.34 betreibt, sollte sie spätestens bis zum 14. Oktober 2026 aktualisieren. Bei plusserver laufen Upgrades rollierend, zuerst die Control Plane, danach die Worker.

Gardener vs Rancher vs Kubermatic: Wann passt was?

Gardener passt, wenn Sie Managed Kubernetes von einem Anbieter kaufen oder selbst Kubernetes als Dienst für sehr viele Cluster anbieten wollen. Rancher ist eine Container-Management-Plattform von SUSE, Kubermatic KKP zielt auf zentrale Verwaltung vieler Cluster mit Herstellersupport. Alle drei haben einen Open-Source-Kern unter Apache 2.0.

Kriterium Gardener Kubermatic KKP SUSE Rancher
Control Planes der Kundencluster im Seed Cluster, ein Namespace je Shoot im Seed Cluster, ein Namespace je User Cluster k. A. (andere Architektur, siehe Rancher-Beitrag)
Lizenz Apache 2.0 Community Edition Apache 2.0, Enterprise Edition per Abo Apache 2.0
Steuerung NeoNephos Foundation Kubermatic SUSE
Kommerzieller Support über Gardener-Anbieter und Dienstleister Kubermatic (Enterprise Edition) SUSE (Rancher Prime)
Eigenbetrieb aufwendig, Release etwa alle zwei Wochen Management-Ebene aus Master und Seed eigener Management-Cluster

Quellen: Gardener wie oben, die KKP-Architektur und das KKP-Repository sowie das Rancher-Repository.

Für wen passt Gardener? Für Organisationen, die Cluster in großer Zahl mit identischer Konfiguration brauchen, weil geteilte Control Planes Hardware sparen und Hibernation eingebaut ist. Grenzen: Selbst betrieben ist es das aufwendigste der drei Systeme, und es gibt keinen Hersteller, bei dem Sie Support kaufen können, nur Anbieter und Dienstleister.

Details zu den Alternativen stehen in SUSE Rancher Prime und Kubermatic Kubernetes Platform. Wer Gardener auf eigener OpenStack-Infrastruktur plant, findet die Unterbau-Optionen unter OpenStack Kubernetes.

Für die Verwaltung im Alltag gibt es neben dem Dashboard das CLI gardenctl:

brew install gardener/tap/gardenctl-v2
gardenctl target --garden landscape-dev --project my-project --shoot my-shoot
eval "$(gardenctl kubectl-env bash)"
kubectl get nodes

FAQ

Was ist Gardener Kubernetes?

Gardener ist ein Open-Source-Projekt unter Apache 2.0, das Kubernetes-Cluster als Dienst auf vielen Infrastrukturen betreibt. Die Control Planes der Kundencluster laufen als Pods in Seed Clustern, die Kundencluster bestehen nur aus Worker-Nodes. SAP hat Gardener entwickelt, heute gehört es zur NeoNephos Foundation der Linux Foundation Europe.

Was kostet Gardener?

Gardener selbst ist kostenlos. Bei Managed-Angeboten zahlen Sie eine Cluster-Gebühr: STACKIT verlangt 0,09959511998 € netto pro Stunde, plusserver 0,0900 € netto pro Clusterstunde, also rund 71,71 € bzw. 64,80 € pro Monat bei 720 Stunden. Worker-Nodes kommen hinzu. Stand: 13. Oktober 2026.

Gardener vs Kubermatic: Was ist der Unterschied?

Beide betreiben Control Planes als Pods in Seed Clustern. Gardener ist ein herstellerneutrales Stiftungsprojekt und die Technik hinter Angeboten wie STACKIT SKE und plusserver PSKE. Kubermatic KKP ist ein Herstellerprodukt mit Community und Enterprise Edition und kaufbarem Support für den Eigenbetrieb.

Nutzt STACKIT Gardener?

Ja. STACKIT steht auf der Adopter-Liste von Gardener und nutzt es nach eigener Angabe für Public und Private Kubernetes as a Service aus eigenen europäischen Rechenzentren. STACKIT ist außerdem Gründungsmitglied der NeoNephos Foundation und für STACKIT gibt es eine eigene Provider-Extension in Gardener.

Welche Kubernetes-Versionen unterstützt Gardener?

Gardener v1.153.0 vom 8. Oktober 2026 erzeugt Shoot Cluster mit Kubernetes 1.32 bis 1.37. Welche davon ein Anbieter freigibt, hängt von seiner Provider-Extension ab. STACKIT entfernt 1.34 am 14. Oktober 2026, plusserver bietet die drei aktuellsten von Gardener freigegebenen Versionen an.

Kann ich Gardener lokal ausprobieren?

Ja. Die offizielle Anleitung startet mit make kind-up einen KinD-Cluster, der Garden und Seed zugleich ist, und installiert Gardener mit make gardener-up. Docker braucht dafür mindestens 8 CPUs und 16 GiB Speicher. Für mehr als zwei Shoot Cluster reicht das laut Anleitung nicht.

Quellen

  1. Gardener Projektseite (abgerufen 13. Oktober 2026)
  2. Gardener Adopters (abgerufen 13. Oktober 2026)
  3. Gardener Doku: Architektur (abgerufen 13. Oktober 2026)
  4. Gardener Doku: Infrastructure Extensions (abgerufen 13. Oktober 2026)
  5. Gardener Doku: Hibernation (abgerufen 13. Oktober 2026)
  6. GitHub: gardener/gardener (abgerufen 13. Oktober 2026)
  7. GitHub: gardener/gardener Releases (abgerufen 13. Oktober 2026)
  8. GitHub: Gardener Supported Kubernetes Versions (abgerufen 13. Oktober 2026)
  9. GitHub: Gardener Highly Available Shoot Control Plane (abgerufen 13. Oktober 2026)
  10. GitHub: Gardener Releases, Features, Hotfixes (abgerufen 13. Oktober 2026)
  11. GitHub: Gardener Getting Started Locally (abgerufen 13. Oktober 2026)
  12. GitHub: gardener/gardenctl-v2 (abgerufen 13. Oktober 2026)
  13. Linux Foundation Europe: Launch NeoNephos (31.03.2025) (abgerufen 13. Oktober 2026)
  14. STACKIT Kubernetes Engine (Produktseite) (abgerufen 13. Oktober 2026)
  15. STACKIT Docs: Lifecycle of Kubernetes Engine (abgerufen 13. Oktober 2026)
  16. plusserver Managed Kubernetes (PSKE) (abgerufen 13. Oktober 2026)
  17. Kubermatic Doku: Architektur KKP 2.31 (abgerufen 13. Oktober 2026)
  18. GitHub: kubermatic/kubermatic (abgerufen 13. Oktober 2026)
  19. GitHub: rancher/rancher (abgerufen 13. Oktober 2026)
  20. plusserver Docs: PSKE FAQ (abgerufen 13. Oktober 2026)

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